26. Bahnstrecke Unna–Hamm
Wimmelbild Mühlhausen/Uelzen
An der Bahnlinie von Hamm nach Hagen, die 1867 eröffnet und seit 1964 elektrifiziert ist, stand bis 1972 die „Blockstelle Mühlhausen“. Ihr markantes Gebäude wurde im Jahr der Inbetriebnahme vom damaligen Schrankenwärter Sichtermann errichtet – und erstaunlicherweise bewohnt seine Familie das Haus heute in der vierten Generation. Ein lebendiges Zeugnis von Geschichte und Beständigkeit mitten an der Strecke.
Die Bahnlinie, damals als Bergisch-Märkische Eisenbahn bekannt, durchschneidet an der Bahnunterführung Schwertlacke den Bereich des ehemaligen Gutes Vaerst, ein Lehnsgut des hochadligen Damenstifts Essen, das bereits vor 1220 erwähnt wurde. Die ursprünglichen Gebäude des Gutes lagen etwa 300 Meter nördlich, wurden jedoch in den 1840er Jahren abgerissen und die Grundstücke einzeln verkauft.
Spannend wird es auch archäologisch: Beim Aufschütten des Damms an der Bahnunterführung Borgmühl wurden Teile eines sagenumwobenen Turms nahe dem Gut Borgmühl mitverwendet. Dabei kamen Urnen und römische Münzen ans Licht.
Beim Bau des Bahndamms entstanden die sogenannten „Schachtkuhlen“ – wassergefüllte Vertiefungen, die sich im Laufe der Jahrzehnte zu wertvollen Naturoasen entwickelten. Heute bieten sie Pflanzen und Tieren ein geschütztes Zuhause und erinnern daran, dass Eisenbahnbau und Naturgeschichte oft eng miteinander verbunden sind.

1986. Schachtkuhle an der Bahnlinie Hagen–Unna–Hamm, die 1867 in Betrieb ging. Foto Konrad Erber