Tag der Weide

Jeden 1. Samstag im Jahr – seit 1980

Geradezu eine Institution des Natur- und Landschaftsschutzes ist der „Tag der Weide“ geworden, der seit 1980 jeweils am 1. Samstag im Jahr stattfindet.

Die Weide – Charakterbaum der Quellendörfer

Die Weide ist in den beiden Quellendörfern mit ihren vielen Bachläufen eine Art Charakterbaum. In der Vergangenheit wurde ihr Holz vielfältig genutzt, u. a. zur Herstellung von Körben, Bohnenstangen und anderen Gebrauchsgütern. Daher wurden sie früher alle paar Jahre geschnitten (Fachausdruck: geschneitelt) und erhielten dadurch die typische Kopfform. Nachdem die Nutzung durch die Verwendung von z. B. Kunststoffen aus der Mode gekommen war, wuchsen viele der wertvollen Kopfbäume durch und bildeten starke Kronen. Diese sind jedoch meist instabil und können leicht auseinanderbrechen, was den Verlust der Bäume bedeutet.

Durch die Initiative „Tag der Weide“ sollte diese alte Kulturbaumform wiederbelebt und somit als ökologische Nische zur Verfügung gestellt werden.

So läuft der Tag der Weide ab

Die Organisation des Tages der Weide beginnt bereits im Sommer mit der Auswahl der im Winter zu schneitelnden Weiden und anderer nötiger Maßnahmen. Das eigentliche Weidenschneiteln findet im November/Dezember statt. Hier wird von einigen Freiwilligen an verabredeten Terminen an den Standorten der Weiden gesägt und gearbeitet.

Am Tag der Weide sind es meist zwischen 80 und 100 Teilnehmer, von Kindern bis zu gut 70-Jährigen, auch Gruppen und Einzelpersonen aus der Umgebung, die das Jahr mit körperlichem Einsatz für die Natur beginnen. Jeder ist willkommen! Es werden hauptsächlich die Überreste unserer vorangegangenen Arbeitseinsätze aufgeräumt, Wegränder und Flächen gereinigt, sowie die sozialen Kontakte gepflegt.

Am 5. Januar 1980 fand der Tag der Weide übrigens zum ersten Mal statt. Initiator und langjähriger Organisator ist Karl-Heinz Albrecht aus Mühlhausen. Ihm ist der Umwelt- und Naturschutz ein besonderes Anliegen, das er mit Hilfe vieler freiwilliger Helfer über viele Jahre in Zusammenarbeit mit dem Heimatverein und dem NABU verfolgt hat.

Der Mühlpfad. Foto: Esther Schaefer
Der Mühlpfad. Foto: Esther Schaefer

Wie spannend diese Kopfbäume sein können, kann man sehr gut am Mühlpfad in Mühlhausen erleben: Eine Mischung aus totem und lebendem Holz als Wohnort für viele Tiere, Insekten und sogar andere Pflanzen. Neugierig geworden?

Kontakt & Mitmachen

TdW@hvmue.de
Jeder ist willkommen – einfach am 1. Samstag im Jahr vorbeikommen!