14. Lore
Wimmelbild Mühlhausen/Uelzen
Der alte Förderwagen steht für die harte Arbeit der Bergleute, die lange Zeit in unseren Dörfern lebten. Von 1923 bis 1924 gab es sogar in Mühlhausen eine Zeche (Schacht Schmorbach an der B1).
Im Mai 1988 wurde der alte Förderwagen auf der Verkehrsinsel an der Kreuzung Heerener Straße/Bruchstraße aufgestellt. Seitdem erinnert er daran, dass es – neben der Landwirtschaft – auch viele Bergleute waren, die unser Doppeldorf geprägt haben. Sie arbeiteten auf den Zechen in der Umgebung. Eine von ihnen war „Schacht Schmorbach“.
Die Pläne für eine Zeche südlich der B1 auf der Höhe von Mühlhausen wurden 1855 geschmiedet und ab 1920 in die Tat umgesetzt. Doch schon das sogenannte „Teufen“, also das Herstellen von senkrechten Hohlräumen, um überhaupt an die Lagerstätten der Kohle heranzukommen, erwies sich als extrem schwierig: Immer wieder hatten die Bergmänner mit einbrechendem Wasser zu kämpfen.
Endlich, 1923, begann die Förderung. 9161 Tonnen Steinkohle schlugen die Kumpel aus den Stollen. Aber bereits ein Jahr später war „Schicht im Schacht“, die Zeche wurde stillgelegt. Die geologischen Verhältnisse waren einfach zu schlecht und richtig viel Steinkohle brachte das Bergwerk auch nicht. Zudem ging dem Eigentümer das Geld aus. Heute ist von der Zeche nichts mehr zu sehen – bis auf einen Förderwagen neben der ehemaligen Gaststätte „Onkel Albrecht“.
Erstaunlich: Im Kreis Unna gab es über 25 Zechen. Zu den bekanntesten zählen „Grimberg“ und „Haus Aden“ in Bergkamen, Schacht Königsborn 3/4 in Bönen, „Schöne Aussicht“ und „Zum Wilden Mann“ in Fröndenberg, „Caroline“ in Holzwickede, „Monopol“ in Kamen, „Minister Achenbach“ in Lünen, „Louisenglück“ in Schwerte sowie „Alter Hellweg“ und „Massener Tiefbau“ in Unna.

Die Verkehrsinsel mit der alten Lore im Sommer 1989. Die Blutbuche hinter dem Förderwagen war damals noch ein kleines Bäumchen. (Foto: Konrad Erber)