25. Linsenquelle
Wimmelbild Mühlhausen/Uelzen
Kaum zu übersehen: Das Wasser der Linsenquelle sprudelt aus einem Rohr im Boden und hält die umliegenden Wiesen feucht – ideal für Frösche und Störche!
In Mühlhausen gibt es etwas ganz Besonderes: Dort kommt an vielen Stellen Wasser einfach aus der Erde. Eine dieser Stellen heißt Linsenquelle. Sie gehört zum großen Quellgebiet von Mühlhausen und Uelzen. Dort gibt es ungefähr 40 artesische Quellen. „Artesisch“ bedeutet: Das Wasser steht unter Druck und kann von selbst nach oben steigen – fast so, als würde die Erde ein bisschen sprudeln. Früher konnten manche Quellen im Frühling sogar bis zu zwei Meter hoch schießen.
Die Linsenquelle ist also wie ein kleines Fenster in den Boden. Tief unter der Erde sammelt sich Regenwasser in Gesteinsschichten. Wenn diese Schichten voll sind, sucht sich das Wasser einen Weg nach oben. In Mühlhausen sieht man solche Quellen oft an schwarzen Rohren aus Eisen. Aus ihnen kann das Wasser herausblubbern oder leise fließen.
Rund um die Quellen fühlen sich viele Pflanzen und Tiere wohl. Im Quellgebiet wachsen zum Beispiel Brunnenkresse und viel Schilf. Auch Laubfrösche leben dort – das sind kleine grüne Frösche, die heute selten geworden sind.
Darum ist die Linsenquelle nicht nur ein Ort mit Wasser. Sie ist ein kleines Stück Naturgeschichte. Sie zeigt uns, dass unter unseren Füßen viel passiert: Regen wird zu Grundwasser, Wasser drückt nach oben, Pflanzen wachsen, Tiere finden ein Zuhause. Wenn man an der Linsenquelle steht, kann man sich vorstellen, wie die Erde ganz leise arbeitet.
Und deshalb gilt: anschauen ja, aber bitte vorsichtig. Nicht hineinsteigen, nichts kaputtmachen und Tiere in Ruhe lassen. Dann bleibt die Linsenquelle auch für andere Kinder ein spannender Ort zum Entdecken.

Die Linsenquelle ist von der essbaren Brunnenkresse fast zugewachsen. (Foto J. Cornelissen)