20. Frühere Uelzener Schule

Wimmelbild Mühlhausen/Uelzen

In der kleinen Dorfschule mit Lehrerwohnung von 1860 lernten anfangs alle Kinder gemeinsam Schreiben und Rechnen. Seit 1964 ist die Schule ein Wohnhaus.

Das Schulhaus an der Uelzener Dorfstraße 43 wurde aus Ziegeln gebaut, die auf dem Grundstück direkt gegenüber gestochen und gebrannt worden waren – dort, wo heute der Hof Kötter steht. Lange Zeit war das Leben in der Schule recht einfach: Bis 1911 gab es zum Beispiel keinen Anschluss an die öffentliche Wasserleitung. Lehrer und Kinder mussten ihr Wasser mit einer Handpumpe fördern – und das mit ordentlich Muskelkraft.

Und noch etwas ist aus heutiger Sicht ungewöhnlich: Sowohl der Lehrer als auch seine Tiere wohnten in der Schule. 1914 wurden die Ställe jedoch abgerissen, um Platz für einen zweiten Klassenraum zu schaffen. Ein Jahr später zog mit elektrischem Licht ein Stück Moderne in das Gebäude ein. Als 1964 die Osterfeldschule errichtet war, endete der Unterricht an der Dorfstraße. Der alte Ziegelbau wurde verputzt und ist seitdem ein Wohnhaus.

Die Namen vieler Schülerinnen und Schüler der alten Dorfschule sind bis heute in Mühlhausen und Uelzen bekannt, etwa Höltermann (Bäckerei), Schulze-Borgmühl (Bruchstraße) oder Jöster (Adeline-Jöster-Weg, benannt nach der Dorfhebamme, die ab 1905 für Mühlhausen, Uelzen, Nordlünern und Kessebüren zuständig war).

Schule Uelzen innen

Ein Blick in den Unterrichtsraum der einklassigen Volksschule in Uelzen (Foto: Sammlung Marawske, Bildband 4)

Schule Uelzen außen

Früher war die Schule an der Uelzener Dorfstraße noch nicht verputzt.