21. Feuerlöschteich

Wimmelbild Mühlhausen/Uelzen

Ein Wasservorrat für Notfälle: Sollte einmal ein großes Feuer in Uelzen ausbrechen, würde die Feuerwehr das Wasser aus diesem Teich pumpen. Wenn Häuser, Scheunen oder sogar ganze Höfe lichterloh in Flammen stehen, braucht die Feuerwehr vor allem eins: Wasser. Das bekommt sie über Hydranten aus den öffentlichen Wasserleitungen, die unter der Straße liegen. Das war nicht immer so. Vor allem auf dem Land gab es nicht überall eine öffentliche Wasserversorgung. Um trotzdem im Fall eines Feuers genug Löschwasser zu haben, wurden Feuerlöschteiche gebaut. Per Eimerketten beförderten die Menschen das Wasser vom Teich zum Brand – das musste schnell gehen und alle mussten mithelfen. Später setzte die Feuerwehr Pumpen ein, das Eimerschleppen hatte ein Ende.

Mit dem Ausbau der Wasserleitungen verschwanden viele Feuerlöschteiche oder verwandelten sich in Biotope. Vor dem Hintergrund der immer heißer werdenden Sommer werden in entlegenen Gebieten allerdings wieder Feuerlöschteiche gebaut. Die Feuerwehr braucht sie, um zum Beispiel Waldbrände zu bekämpfen. Und wie war und ist das bei uns im Doppeldorf? Während des Zweiten Weltkrieges wurde neben dem Mühlpfad in Mühlhausen ein provisorischer Feuerlöschteich angelegt – vermutlich, damit bei Bombenangriffen trotz möglicherweise zerstörter Wasserleitungen genug Löschwasser zur Verfügung stand. 1954 wurde der Teich fertiggestellt. Einige Jahre später hat man ihn allerdings zugeschüttet, weil er undicht geworden war.

Anders in Uelzen: Seit 1955 gibt es in der Schwertlacke einen Feuerlöschteich, bis heute. Wer genau hinsieht, kann ihn gegenüber vom Denkmal hinter einem hohen Maschendrahtzaun entdecken. Obwohl heute genug Wasserleitungen vorhanden sind, bleibt der Teich erhalten, damit die Feuerwehr notfalls auf sein Wasser zurückgreifen kann. Sicher ist sicher.

Denkmal

Der Feuerlöschteich am Mühlpfad in Mühlhausen, bevor er zugeschüttet wurde (Foto: Hertha Dieckmann, Sammlung Marawske, Bildband 1)