27. Bahnstrecke Unna–Soest
Wimmelbild Mühlhausen/Uelzen
Im September 1853 fiel bei Werl der erste Spatenstich für eine der bedeutendsten Eisenbahnlinien unserer Region. Zwei Jahre später, am 7. Juli 1855, nahm die Dortmund–Soester Eisenbahn, später als Hellweg-Eisenbahn bekannt, ihren Betrieb auf – zunächst eingleisig, mit Zügen, die dreimal täglich in beide Richtungen unterwegs waren. Schon 1866 wurde die Strecke zweigleisig ausgebaut, und die einst niveaugleichen Bahnübergänge wichen modernen Unterführungen: Straßen wurden tiefer gelegt, Brücken gebaut und 1959 teilweise erneuert. Seit 1970 fahren die Züge elektrifiziert über die alte Strecke.
1882 wurde die bis dahin private Eisenbahn verstaatlicht – ein Schritt, der sie fest in die Infrastruktur der Region einband.
Ein besonderes Highlight der Bahnlinie: Am 29. Oktober 1890 fuhr König Leopold II. von Belgien mit großem Gefolge über Unna und Soest – und damit durch Uelzen und Mühlhausen – um den deutschen Kaiser in Potsdam zu besuchen.
Nicht nur die Züge erzählen Geschichte. Auch die Gebäude entlang der Strecke, wie das ehemalige Schrankenwärterhaus am Mühlhausener Hellweg, sind Zeugnisse dieser Zeit. Das heute noch sichtbare Haus stammt von etwa 1906, wurde im Laufe der Jahrzehnte mehrfach verändert und ist ein Beispiel für die typischen Schrankenwärterhäuser, die früher an der gesamten Strecke standen. 1973 übernahm die Technik den Schrankenbetrieb, der vorher direkt vor Ort gesteuert wurde.

Juni 1989. Das ehemalige Schrankenwärterhaus der Bahnlinie Dortmund–Soest