16. Älteste Wassermühle Westfalens

Wimmelbild Mühlhausen/Uelzen

Die Mühlhauser Mühle, die älteste urkundlich nachweisbare Wassermühle Westfalens, blickt auf eine Geschichte zurück, die bis um 890 reicht. Vermutlich kurz nach der Eroberung des Landes durch die Franken unter Karl dem Großen wurde sie errichtet und mahlte über Jahrhunderte das Getreide für Mühlhausen, Uelzen, Lünern und Stockum. Bis zur Aufhebung des sogenannten Mühlenbanns im Jahr 1810 (Artikel 686 des Code Napoleon) waren die Dorfbewohner sogar verpflichtet, ausschließlich diese Mühle zu nutzen.

Zwischen 1560 und 1675 wurde die Mühle gemeinsam mit dem angrenzenden Hof über mehrere Generationen hinweg von derselben Familie bewirtschaftet. Im 18. und 19. Jahrhundert wechselte sie mehrfach die Betreiber. Zunächst wurde die Mühle erweitert und modernisiert, 1852 ging sie an einen neuen Betreiber, der sie fast zwei Jahrzehnte führte. In dieser Zeit verfügte die Mühle bereits über Dampf- und Wasserkraft, mit zwei Mahlgängen und einer Ölmühle.

1903 zerstörte ein verheerender Brand das Mühlen- und Wohnhaus. Doch die Mühle wurde wiederaufgebaut und 1905 in neuem Glanz eröffnet – das heutige Gebäude stammt aus dieser Zeit.

Auch in den folgenden Jahrzehnten wechselten die Betreiber mehrmals. In den 1920er und 1930er Jahren blieb die Mühle weiterhin in Betrieb, bis sie Mitte der 1960er Jahre schließlich stillgelegt wurde. Über die Jahrhunderte hinweg zeugt sie von der Anpassungsfähigkeit ihrer Betreiber: vom reinen Wasserantrieb über Dampfkraft bis hin zu Strom und Turbine. Bis in die 1950er Jahre mahlte sie unermüdlich Getreide.

Die Mühlhauser Wassermühle steht heute für regionale Geschichte. Sie dokumentiert eindrucksvoll den Wandel von Technik, Handwerk und Versorgung im ländlichen Raum Westfalens.

Mühle um 1905

Etwa 1905. Die Mühlhauser Mühle am Mühlbach. Älteste bekannte Abbildung, Teil eines vor 1906 erschienenen Leporellos über Mühlhausen.