Nachtigallenbruch
Eine Naturschutzfläche des Heimatvereins Mühlhausen/Uelzen
12.644 m² · erworben 14.12.1994
Diese Fläche wurde am 14.12.1994 durch Kauf und anschließenden Tausch vom NABU (Naturschutzbund Deutschland) Kreisverband Unna e.V. für den Natur- und Landschaftsschutz erworben. Den 20%igen Eigenanteil brachte die NABU-Ortsgruppe Bergkamen/Kamen auf, die diese Fläche seit der Aberntung des Getreides im August 1995 betreut.
Sie taufte das Biotop "Nachtigallenbruch", weil die Nachtigall "Vogel des Jahres" 1995 war und hier noch Nachtigallen vorkommen.
Der bisherige Acker wurde dünn mit verschiedenen Gräsern, Rot- und Weißklee eingesät. Am „Tag der Weide" 1996 (jeweils der 1. Samstag im Jahr) wurde die Dränage an drei Stellen unterbrochen.
Im Frühjahr 1996 wurde am Weg entlang eine dreireihige Hecke mit einheimischen Sträuchern angelegt und durch Gestrüpp gegen Wildverbiss geschützt (sog. Benjeshecke). Teile der Hecke wurden inzwischen wiederholt auf den Stock gesetzt.
Auf der Ostseite am Storksbach (= Storchenbach) entlang wurden einige Kopfweiden, Erlen, Eschen, Ebereschen und Büsche eingesetzt. Im nördlichen Teil wurden nebeneinander zwei Eschen, inzwischen höhere Bäume, und weiter nach Osten drei „reine" Schwarz-Pappeln gepflanzt, die sich zu großen, freistehenden Solitärbäumen entwickeln sollen.
Die Schwarz-Pappeln, die in NRW zur Kategorie der „stark gefährdeten" Bäume gehören, sind Stecklinge von einem mächtigen, alten Exemplar etwa 750 m nördlich an der Brücke über den Ahlbach. Es handelt sich um die Unterart der Gewöhnlichen Schwarz-Pappel (Populus nigra subsp. nigra). Nur eine der Schwarzpappeln hat sich durchsetzen können und ist inzwischen ein ansehnliches Exemplar.
Der mittlere Teil des Grundstücks dient als extensives Grünland, das ein- oder zweimal jährlich gemäht wird. Auf den breiten Randstreifen ringsherum hat sich wie geplant eine Hochstauden- und Röhrichtflur entwickelt. Dort wurden auch Weidenäste zu zwei Totholzhaufen aufgeschichtet.
Die westliche und nördliche Begrenzung des Grundstücks bilden die Schachtkuhlen, die 1867 bei der Anlegung des Bahndamms für die Strecke Hagen–Unna–Hamm entstanden, sich mit Wasser füllten und heute wertvolle Rückzugsgebiete für Pflanzen und Tiere darstellen.
Das Grundstück hat sich inzwischen zum Ehrenhain für Naturschützer entwickelt: Am 24.2.1996 wurde im Westteil des Grundstücks für Willi Borchardt und am 26.10.1996 für Willy Weber, zwei „Aktive" der NABU-Ortsgruppe Bergkamen/Kamen, zu ihrem 75. Geburtstag jeweils eine große „Geburtstagseiche" gepflanzt und je eine Esche am 26.2.2000 für Hanns Wilhelm Niermann aus Unna und am 15.5.2001 im Ostteil für Heinz Herkenrath aus Holzwickede, für diese jeweils zum 80. Geburtstag.
Der Infokasten am Weg, der vom Ehepaar Postler aus Kamen und Frau Margenburg aus Bergkamen mit eigenen Fotos gestaltet wurde, ist zwischenzeitlich dem Vandalismus zum Opfer gefallen. Die Bank in der Südostecke am Storksbach wurde im Mai 2006 von dem damaligen Ortsvorsteher Wisselmann aufgestellt.
Das Grundstück ist Teil des 1997 festgesetzten, knapp 200 ha großen Naturschutzgebietes „Uelzener Heide-Mühlhauser Mark".
Maßnahmen
- Dreireihige Hecke mit einheimischen Sträuchern (je 50 Weißdorn, Schwarzdorn, Faulbaum, Schneeball; je 25 Hundsrosen, Ebereschen, Feldahorn, Feldulmen)
- Benjeshecke als Wildverbissschutz
- Kopfweiden, Erlen, Eschen, Ebereschen und Büsche am Storksbach
- Zwei Eschen und drei „reine" Schwarz-Pappeln (Populus nigra subsp. nigra) im nördlichen Teil
- Extensives Grünland (ein- oder zweimal jährlich gemäht)
- Hochstauden- und Röhrichtflur auf den Randstreifen
- Zwei Totholzhaufen aus Weidenästen
- Geburtstagseichen und -eschen (Willi Borchardt, Willy Weber, Hanns Wilhelm Niermann, Heinz Herkenrath)