An der Gräfte

Eine Naturschutzfläche des Heimatvereins Mühlhausen/Uelzen

16.612 m² · erworben 10.12.2000


Diese Fläche wurde am 10.12.2000 erworben.

Diese Fläche hier in der Größe von gut 1 1/2 Hektar (16.612 qm) wurde zum 1. September 2000 vom NABU (Naturschutzbund Deutschland) Kreisverband Unna e.V. in Verbindung mit dem Verein für Heimat und Natur Mühlhausen/Uelzen für den Natur- und Landschaftsschutz erworben.

Möglich wurde der Kauf durch Unterstützung seitens des Landes NRW, der Stadt Unna, der Sparkasse Unna und durch Spenden zahlreicher Bürger.

Das etwa 72 m hoch liegende Grundstück befindet sich im südwestlichen Bereich des 1997 festgesetzten Naturschutzgebietes "Uelzener Heide/Mühlhauser Mark" und ist Teil des "Biotopverbundsystems Unna-Ost". Es wird im Norden durch den Mühlbach begrenzt, im Westen und Osten durch Wassergräben, die allerdings im Sommer und Herbst meist trocken fallen. Der von Süden kommende öffentliche Weg endet an der Grundstücksgrenze.

Die zuletzt als Acker bewirtschaftete Fläche wird nunmehr ganz überwiegend als extensives Weideland genutzt (maximal 2 Großvieheinheiten je Hektar). Auch in früheren Zeiten war sie Weideland. Die Beweidung erfolgt zur Zeit durch sehr genügsame Schottische Hochlandrinder, die das ganze Jahr hindurch draußen bleiben können und Zugang zu der südlich angrenzenden Fläche der Stadt Unna haben.

Bei der Errichtung des Weidezauns wurde auf der West-, Nord- und Ostseite jeweils ein breiter Streifen abgetrennt, damit sich eine Hochstauden- und Röhrichtflur entwickelt. Auf dem 15 m breiten Streifen auf der Nordseite zum Mühlbach hin wurde eine Hecke aus einheimischen Sträuchern angelegt.

Die beiden Teiche (50 m weiter nördlich und auf dem südlich angrenzenden Gelände der Stadt Unna) wurden aus dem Weidegelände herausgehalten, um sie vor Trittschäden durch das Weidevieh zu schützen. Sie sind wohl erst beim Bau der hier verlaufenden Eisenbahnlinie Hagen-Unna-Hamm entstanden, die 1867 in Betrieb gegangen ist. Zwischen beiden Teichen erstreckte sich eine lang gezogene Mulde, die im Winter und Frühjahr meist mit Wasser gefüllt war, wobei sich dann eine große Wasserfläche bildete. Die Mulde wurde erst vor einigen Jahren mit Erde aufgefüllt.

Im Juni 2008 wurde vom Lippeverband im Rahmen der Renaturierung des Kortelbachs ein geschlossener Abwasserkanal in etwa 3,5 m Tiefe von der Kläranlage quer durch das Grundstück verlegt.

Da der nördliche Teich durch zunehmenden Bewuchs immer stärker beschattet wurde, erfolgte am 17./18.9.2009 eine Sanierung mit der ehrenamtlichen Hilfe von Albrecht Blotenberg aus Uelzen als Baggerführer. Dabei wurde der Teich vergrößert und etwas vertieft.

Der Name "An der Gräfte" für das neue Biotop wurde gewählt, weil der die östliche Begrenzung bildende Graben seit jeher "Gräfte" genannt wird. Die Bezeichnung dürfte darauf zurückgehen, dass der im Dorfkern liegende ehemalige Hof Schluckebier (jetzt Kortmann) ursprünglich von einer Gräfte umgeben war und der Graben den Abfluss bildete. Möglicherweise war dieser Hof früher das "Schloss" des Rittergeschlechts "von Uelfersen", das hier bereits im 13. Jahrhundert ansässig war.

  • extensive Viehweide oder Mähwiese
  • Hochstauden- und Röhrichtfluren
  • dreireihige Hecke

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