18. Solidarische Landwirtschaft

Wimmelbild Mühlhausen/Uelzen

Ein gemeinsames Projekt einer Landwirtin und Interessierter: Kosten und Ernte werden solidarisch geteilt. Wer Zeit und Lust hat, packt auf dem Feld mit an.

Solidarische Landwirtschaft, kurz Solawi, bedeutet, dass eine Gruppe von Verbraucher*innen die Ernte eines landwirtschaftlichen Betriebes und alles, was dafür notwendig ist, vorfinanziert. Im Gegenzug erhält die Gruppe die gesamte Ernte. Doppelt solidarisch: zum einen gegenüber dem Betrieb, der sich auf die Einnahmen verlassen und bedarfsorientiert anbauen und wirtschaften kann, zum anderen unter den Verbraucher*innen selbst, weil jede*r nur so viel zahlt, wie er/sie kann.

Seit 2023 bietet Landwirtin Katrin Westermann zusammen mit der katholischen Kirchengemeinde eine Solawi in Mühlhausen an: die Solawi „wUNderbar“. Jedes Jahr im Herbst findet die sogenannte Bieterrunde statt. Die Landwirtin stellt ihre Kalkulation für das nächste Jahr vor, und alle Interessierten teilen anonym mit, wie viel sie bereit sind, für eine ganze oder eine halbe Kiste saisonales Bio-Gemüse pro Woche monatlich zu bezahlen. Am Ende muss die Kalkulation aufgehen und es werden verbindliche Verträge geschlossen.

Jeden Freitag bzw. Samstag füllen die Ernteteiler*innen ihre Kisten, halten ein Pläuschchen und tauschen Rezepte aus. Das ist praktisch, denn nicht alle kennen alle Gemüsesorten. Mehrmals im Jahr veranstaltet die Solawi „wUNderbar“ ein Hoffest, zu dem alle Interessierten eingeladen sind – natürlich mit vielen leckeren Sachen vom Feld.

Mehr Infos:
www.kirche-unna.de/vom-ernte-teilen-zur-solidarischen-landwirtschaft
www.westermann-landwirtschaft.de

Grünkohl

Eine Schubkarre voller Grünkohl im Dezember 2024 (Foto: Susanne Tommes)

Gemüsetafel

Auf einer großen Tafel steht, was eingepackt werden kann, Dezember 2024. (Foto: Susanne Tommes)